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Zellgemeinden haben sich etabliert. Hier und da sind so genannte
Jugendkirchen entstanden. Mehr und mehr Gemeinden orientieren sich an dem
"Willow Creek"-Modell. Alpha Kurse und die Prinzipien der natürlichen
Gemeindeentwicklung (NGE) werden landein landaus von ganz
unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden eingesetzt. Mit Hauskirchen wird
experimentiert, aber auch mit regionalen Trainingszentren für
Gemeindegründer. Das Rad der Gemeindeinnovationen steht nicht still.
Sollte es Gottes guter Geist sein, der uns immer wieder mit frischen
Ausdrucksformen von Gemeinde herausfordert und uns Mut macht, zu neuen
Ufern aufzubrechen? Erfahren Sie mehr von den neusten Entwicklungen.
Wir müssen noch nicht einmal die deutsche
Landesgrenze überschreiten, um neuen Gemeindeprojekten zu begegnen. In
unserer Hauptstadt stehen "Gemeinsam für Berlin" (www.gfberlin.de und www.christen-in-berlin.de) und
an der Grenze zu unseren Schweizer Nachbarn das "Rheinbündnis" (www.rheinprojekt.net)
für faszinierende und inspirierende Initiativen der Gegenwart.
Initiativen, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine ganze Stadt oder eine
bestimmte Regionen zu transformieren. Dabei zeichnet sich ein ganz neues
Gemeindeverständnis ab: Gemeinde definiert sich über die Summe aller
Christen in einer Stadt oder Region. Hier kommt eine neue
Gemeindeidentität zum Ausdruck, die unser ererbtes auf Denominationen
ausgerichtetes Denken zu überwinden droht und unsere
Abgrenzungsgewohnheiten überflüssig machen könnte.
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Was ist damit gemeint?
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"City Church" |
Gemeinde neu verstanden als die
Summe aller Christen in einer Stadt |
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"City Reaching" |
ein Stadtprojekt in Form einer
langfristigen, strategischen und
missionarischen Koalition aller Christen einer Stadt zur
Durchdringung der Stadt mit "Reich Gottes - Werten" |
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"Region Reaching" |
in Analogie zum Stadtprojekt ein
regionales Transformationsprojekt |
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"Gemeinsam für Berlin"
Die Berliner Initiative ging 2002 aus der
Gebetsinitiative "Gebet für Berlin" hervor. Sie zielt auf eine Veränderung
der Stadt ab. Dazu bietet sie allen Christen Berlins eine offene Plattform
für missionarischen Austausch, gemeinsame Visionsentwicklung und
Aktivitätsbündelung zum Wohle der Stadt an. "Gemeinsam für Berlin" möchte
ganz bewusst keine institutionelle Struktur, sondern ein Netz
vertrauensvoller Beziehungen entwickeln und die gegenseitige Ergänzung
fördern. Arbeitsgruppen bilden sich, um den unterschiedlichen
Gesellschaftsbereichen gezielt und gemeinsam begegnen zu können. So
konzentriert sich die Arbeit unter Anderem auf geistliche Stadtforschung,
missionarische Jugendarbeit, Ausländer, Künstler und Islam. Das
Internetportal
www.christen-in-berlin.de ist ganz bewusst so angelegt, dass
evangelische, katholische und freikirchliche Christen im Großraum Berlins
mitberücksichtigt werden – und dieses Angebot wird bereits rege genutzt.
Ermutigend ist das große Interesse anderer Städte Deutschlands am
"Modellprojekt Berlin".
Das "Rheinbündnis"
Das "Rheinbündnis" startete als
eidgenössisch-deutsche Gemeinschaftsinitiative ebenfalls im Jahr 2002. Es
versteht sich als langfristig angelegte, regionale und ganzheitlich
missionarische Zusammenarbeit mit dem Ziel, das Reich Gottes gemeinsam zu
fördern und einem abgesteckten Gebiet rund um den Niederrhein "eine
christliche Seele zu geben". Neben der Förderung bestehender Kirchen und
Gemeinden sollen dadurch insbesondere neue Gemeinden,
Hauskirchennetzwerke, "City Churches" und regionale Dienste entstehen.
Darüber hinaus sollen aber auch Firmen auf der Basis christlicher Werte,
soziale Dienste (wie etwa Kinderkrippen, Schulen, Wohnprojekte,
Güterverteildienste) und Medienprojekte sowie ein gemeinsames Handeln in
der Öffentlichkeit und Politik ermöglicht werden.
Das Regionalprojekt versteht sich als
Zweckbündnis und arbeitet auf der Grundlage eines Bundesschlusses
missionarisch gesinnter Einzelpersonen. Dieser Bundesschluss umfasst
jeweils ein Bündnis (1) mit Gott, (2) miteinander und (3) mit der
anvertrauten Region. Die Betonung liegt dabei auf dem Entstehen von Neuem,
das gemeinsam verantwortet wird. Es geht weniger um das Zustandekommen von
"Einheit" innerhalb der bestehenden Strukturen.
Mutmachender Ausblick
Beide "Modellprojekte" machen mir Mut. Zum
einen, weil die Berliner Plattform für eine gemeinsame missionarische
Strategieentwicklung und Aktivitätsbündelung auf so großes und breites
Interesse stößt. Zum anderen, weil das Rheinbündnis sich darauf
konzentriert, Neues entstehen zu lassen und gemeinsam zu verantworten. Es
lässt sich nicht durch die Schwerfälligkeit geliebter Gemeinde- und
Werkstrukturen am Dienst an der Gesellschaft hindern. Nicht zuletzt macht
mir Mut, dass Gott immer wieder frischen Wind in unsere Gemeindepraxis und
Gemeindetheologie bläst. Wir dürfen gespannt sein, wo Er uns noch so alles
"hin blasen" wird...
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Hintergrund zu dieser Themenreihe:
Dieser Artikel ist der erste Teil einer
kleinen offenen Publikationsreihe zur Gemeindegründungsforschung des "DAWN European
Network". Unsere Forschung orientiert sich an dem klassischen
missiologischen Ansatz des Erntefeldes der Gesellschaft und der Erntekraft
der Gemeinde. Ergänzt wird dieser Ansatz durch unser spezielles Interesse
an der Erntedynamik, die sich in Gemeindegründung, neuen Gemeindeformen
und prophetischen Ausblicken ausdrückt. |
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Mit dieser "offenen" Publikationsreihe
wollen wir Sie ganz bewusst einladen, sich an unserer Forschung zu
beteiligen. Kennen Sie noch weitere groß angelegte und breit getragene
missionarische Transformationsprojekte in Städten oder Regionen
Deutschlands? Dann schreiben Sie bitte an
andreas@dawneurope.net. Wir
freuen uns über jede hilfreiche Information, Ergänzung, Korrektur sowie
jedes Feedback. |
[Fortsetzung:
September 2004]
Andreas Wolf
wohnt mit seiner Frau Christine zwischen Magdeburg und Brandenburg. Er
ist freiberuflich tätig als Projektmanager, Moderator und Mediator und
innerhalb des "DAWN European Network" für Gemeindegründungsforschung
zuständig |