Juni 2004

 

 

 



 

Spektrum  
 
   

Christoph Schalk

Ziele erreichen durch Coaching (Teil 1)

Wussten Sie schon, dass das Wort "Coach" ursprünglich nicht der englischen Sprache entstammt? Es kommt von dem ungarischen "kocsi", das soviel bedeutet wie Kutsche oder Bus. Im Jahr 1556 erscheint dieser Begriff zum ersten Mal in England. Was ist also ein Coach? Ein Coach ist ein Fahrzeug, das Sie zu Ihrem Ziel bringt. Es bringt Sie von A nach B.

Ein Coach – und nun meine ich nicht den Bus, sondern den "Berater" – ist eine Person, die Ihnen hilft von A nach B zu gelangen. Er oder sie hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen.

Sicherlich gibt es viele Methoden und Hilfsmittel, die Coaches einsetzen können, um ihre Klienten von A nach B zu führen. Ein Mittel, das ich hier erwähnen möchte (als das erste in einer ganzen Reihe von Hilfsmitteln, die in den nächsten Ausgaben vorgestellt werden) ist das Brainstorming.

Normalerweise hören Coaches zu und stellen Fragen, um ihren Klienten zu helfen, ihre eigenen Lösungen zu finden. Es gibt jedoch Situationen, in denen es für den Coach Sinn macht, Anregungen zu geben. Brainstorming kann dabei von großer Hilfe sein. Denn es ermöglicht, gemeinsam mehr Ideen zu entwickeln als der Coachee allein hervor bringen kann. Vergessen Sie bitte nicht – falls Sie ein Coach sind – um Erlaubnis zu fragen, bevor Sie dieses Mittel zum Einsatz bringen!

Der folgende Dialog soll als Beispiel dafür dienen, wie Brainstorming in einer Coaching-Sitzung eingesetzt werden kann:

  • Coachee: Ich komme einfach nicht weiter mit ...

  • Coach: Was würden Sie gerne tun?

  • Coachee: Ich weiß es nicht. Was würden Sie mir empfehlen?

  • Coach: Was halten Sie von einem gemeinsamen Brainstorming?

  • Coachee: Ja, warum nicht?

  • Coach: In Ordnung. Ich schlage vor, dass wir damit beginnen, alle Gedanken und Ideen aufzuschreiben, die Ihnen gerade in den Sinn kommen. Haben wir alle zu Papier gebracht, überlegen wir, was davon möglich wäre.

  • Coachee: Gut. Ich könnte zum Beispiel ...

Ein solches Brainstorming kann Coachees helfen, mehr Optionen zu entdecken, um von A nach B zu gelangen. Dieses Mittel hilft gerade auch dann, wenn Ihr Klient anfangs glaubte, nicht zu wissen, was er tun solle.

Mindestens fünf Optionen sollten schließlich zur Auswahl stehen. Nach wissenschaftlichen Kriterien bildet das eine gute Grundlage, um eine ideale Lösung zu finden. Achten Sie also bitte darauf, dass Sie den Coachee immer wieder fragen: "Was fällt Ihnen sonst noch ein? … Was noch? … Und was noch?" Hin und wieder können Sie auch eigene Anregungen geben. Sie sollten aber unbedingt darauf achten, dass ihr Coachee zumindest zwei Drittel aller Ideen beiträgt.


[Fortsetzung: September 2004]

Christoph Schalk lebt mit seiner Familie in Würzburg und leitet das internationale Berater-Netzwerk des Instituts für natürliche Gemeindeentwicklung.

 

Jochen Hackstein

Grundkurs Fundraising (Teil 1)

"Fundraising" heißt systematisch geplante und durchgeführte Mittelbeschaffung. Eben nicht: "Wir brauchen unbedingt Geld, wo können wir es schnell her bekommen?" Alles beginnt deshalb mit einer Strategie zum "Fundraising". Denn: "Wer den Hafen nicht kennt, für den kommt kein Wind aus der richtigen Richtung." Was dazu im Einzelnen geklärt werden muss, erfahren Sie hier.

Mindestens folgende Fragen müssen beantwortet werden:

1.

Wo stehen wir?

Weg von diffusen Mutmaßungen hin zum konkreten Wissen: "Ohne Analyse keine Perspektive!"

  • Worin liegen unsere Stärken und Schwächen?

  • Was ist unser besonderes Profil?

  • Sehen uns andere auch so, wie wir uns sehen?

2.

Was ist unser Ziel – wo wollen wir hin?

"Solange das Ziel nicht feststeht, ist jeder Weg der richtige!"

  • In welchen Bereichen wollen wir aktiv sein und in welchen nicht?

  • Haben wir ein Leitbild, an dem sich alle orientieren?

  • Wie viel Spenden möchten wir in welchem Zeitraum einnehmen?

3.

Wie soll das geschehen?

"Fundraising" kostet Zeit und Geld.

  • Welche zeitlichen und personellen Ressourcen stehen uns zur Verfügung?

  • Wie groß ist unser Budget für "Fundraising"?

4.

Welche Zielgruppe(n) haben wir im Blick?

Die Alten oder die Jungen, Einzelspender oder Institutionen, eine bestimmte Zielgruppe auf regionaler oder nationaler Ebene ...?

  • An wen wollen wir uns mit unseren Aktionen zum "Fundraising" wenden?

  • Haben wir deren Adressen und dürfen wir sie verwenden?

5.

Welche Hilfsmittel setzen wir für das "Fundraising" ein?

  • Gibt es eine informative Selbstdarstellungsbroschüre?

  • Verschicken wir Spendenbriefe?

  • Macht ein Patenschaftskonzept Sinn?

  • Können wir Sponsoren gewinnen?

  • Können wir Großspender überzeugen?

  • Haben wir eine überzeugende Homepage mit Spendenmöglichkeit?

"Fundraising" geht nicht von heute auf morgen. Das schnelle Geld ist in den wenigsten Fällen zu erwarten. Zum Entwickeln einer umfassenden Strategie - von der Grundsatzentscheidung bis zum Beginn der praktischen Umsetzung – sollte man von vornherein einige Monate Zeit einplanen. Und dann ist immer noch kein Geld eingegangen...

In der nächsten Ausgabe: Grundkurs "Fundraising" (Teil 2) zum Thema: Wie komme ich am besten an Spendengelder ran?

[Fortsetzung September 2004]

Jochen Hackstein (37) lebt mit seiner Familie in Berlin. Er leitet die Agentur fundraising & consulting, eine Agentur für Spendenmarketing und Unternehmensberatung im sozialen Sektor.

 


 

 

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