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September 2004
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Christoph Schalk Ziele erreichen durch Coaching (Teil 2) |
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Richtig! Beim Coaching sind vor allem zwei Fähigkeiten von Bedeutung: das Zuhören und das Verwenden von guten Fragen. Es geht nicht um das Verteilen guter Ratschläge. Zwei weitere wichtige Coaching-Fähigkeiten, die Coachees helfen, ihre Ziele zu erreichen, sind gezieltes Bitten und Herausfordern. Im ersten Teil dieser Serie stand das Brainstorming als Coaching-Fähigkeit im Mittelpunkt. Wir stellten dabei fest, dass sich die Rolle des Coaches nicht im Zuhören erschöpft. Es gibt durchaus Momente, in denen seine Anregungen gefragt sind. Wenn wir uns nun dem bewussten Einsetzen von Bitten zuwenden, dann handelt es sich wieder um eine aktive Rolle, die der Coach in dem Begleitungsprozess übernimmt. Ein Coach sollte seine Coachees hin und wieder darum bitten, bestimmte Dinge zu tun, die ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. Nehmen wir einmal an, der Coach entdeckt, dass dem Zeitmanagement des Pastors eine Schlüsselrolle zukommt, soll die praktische Umsetzung des NGE-Ansatzes gelingen. Der Pastor, den er begleitet, weiß aber nicht wirklich, wie er sein Zeitmanagement verbessern kann. Der Coach könnte ihn dann um Folgendes bitten: "Ich möchte dich bitten, bis zu unserem nächsten Treffen genau Buch zu führen, wie viel Zeit du für jede deiner Aufgaben brauchst. Bist du damit einverstanden?" Beachten Sie dabei, dass der Coach fragt: "Bist du damit einverstanden?" Mit seiner Bitte macht er zunächst einen Vorschlag und fragt dann seinen Coachee um Erlaubnis. Eine andere Fähigkeit ist das Herausfordern. Dadurch soll dem Coachee geholfen werden, über seine selbst definierten Grenzen hinauszugehen. Vor einiger Zeit begleitete ich als Coach einen Gemeindegründer, der einen Freundeskreis zu seiner finanziellen Unterstützung aufbauen wollte. Dazu erstellte er eine Liste mit 25 Personen, mit denen er Kontakt aufnehmen wollte. Als ich ihn fragte, wie viele er monatlich ansprechen wollte, sagte er zwei. Ich half ihm, sich bewusst zu machen, dass er bei dieser Geschwindigkeit zwei Jahre brauchen würde, um seine Liste abzuarbeiten. Also forderte ich ihn heraus, indem ich ihm vorschlug, mit zehn Personen monatlich Kontakt aufzunehmen. Darauf antwortete er: "Nein, das schaffe ich nicht. Ich werde jedoch fünf pro Monat ansprechen." Sehen Sie, was eine Herausforderung bewirken kann? Manchmal weigert sich der Coachee, der Herausforderung seines Coaches zu folgen. In seinem Gegenvorschlag steckt er sich dann aber ein Ziel, das ihn mehr fordert als seine ursprüngliche Zielvorstellung. Letztendlich gelingt es dem Coach auf diese Weise, den Coachee dazu zu bewegen, seine selbst definierten Grenzen zu erweitern. Christoph Schalk lebt mit seiner Familie in Würzburg und leitet das internationale Berater-Netzwerk des Instituts für natürliche Gemeindeentwicklung. |
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