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Januar 2005
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Robert E. Logan und Sherilyn Carlton Von der Macht des Zuhörens |
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Es braucht eine ganze Reihe Zutaten für eine gute Coaching-Beziehung, aber die weitaus wichtigste ist das Zuhören. Zuhören ist der Eckstein jeder Beziehung. Wie lernen Sie jemanden kennen? Indem Sie ihm oder ihr zuhören. Wie bauen Sie Vertrauen auf? Durch Zuhören. Wie helfen Sie Menschen, sich über ihre Ziele, ihre Möglichkeiten, ihre Empfindungen klar zu werden? Indem Sie ihnen zuhören. Menschen wollen sicher sein, dass man ihnen zuhört. Wie oft haben Sie sich selbst oder andere schon sagen hören: "Verstehst du, was ich meine?" – Gute Zuhörer sind eine seltene Spezies. Problematisch am Zuhören ist, dass es oft als Nichtstun missverstanden wird. Die meisten von uns sind darauf getrimmt worden zu glauben, dass man Interesse und Engagement in einem Gespräch nur dadurch beweisen kann, dass man selbst viel redet. Wer nicht redet, wird als desinteressiert oder passiv eingeschätzt. Aber zwischen Zuhören und nichts Sagen ist ein gewaltiger Unterschied, und dieser Unterschied ist entscheidend für denjenigen, der redet. Zuhören ist alles andere als passiv. Es ist eine aktive, machtvolle Verhaltensweise. Gott hat uns die Fähigkeit dazu verliehen, damit wir sie im Leben anderer zur Wirkung bringen. Denn Zuhören ist die ultimative gemeinschaftsorientierte Aktivität. Ein guter Zuhörer konzentriert sich vollständig auf den anderen und richtet seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf ihn. Konzentriertes Zuhören ist eine phänomenale Gabe. Versuchen Sie sich vorzustellen, wie das ist, wenn Ihnen jemand wirklich eine halbe Stunde nur zuhört. Jemand, der sich voll und ganz auf Sie einstellt und auf das, was Sie zu sagen haben. Der sich nicht einmischt, nicht Einfluss nimmt auf die Richtung Ihrer Aussagen, nicht kommentiert und keinen anderen Blickwinkel einführt. Ein Pastor namens Daniel nahm an einem Seminar über Kommunikationstechniken teil. Nach dem Hauptvortrag wurden die Teilnehmer in Dreiergruppen eingeteilt. Jeweils einer sollte erzählen, und die anderen beiden sollten zuhören. Daniel begann ein paar Probleme zu schildern, die ihn gegenwärtig in seiner Gemeinde beschäftigten. Er bekam eine halbe Stunde ungeteilte Aufmerksamkeit. Niemand unterbrach ihn. Niemand gab ihm ungebeten Rat, wie er die Probleme anzupacken hätte. Die anderen hörten lediglich zu und nickten hin und wieder verständnisvoll. Am Ende der halben Stunde war Daniel fast in Tränen aufgelöst vor Dankbarkeit. Er konnte sich nicht erinnern, wann ihm zuletzt jemand wirklich für mehr als ein paar Minuten zugehört hatte. Unglücklicherweise ist die Fähigkeit des guten Zuhörens nicht angeboren. Sie muss entfaltet und entwickelt und eingeübt werden, und jede und jeder kann auf diesem Gebiet noch dazulernen. Die folgende Liste kann Ihnen als Leitfaden dienen, anhand dessen Sie Ihre Fähigkeit zum Zuhören verbessern können. Wenn Sie die Liste durchgehen, überlegen Sie bitte, inwiefern Sie den jeweiligen Punkt bereits beherzigen. In welcher Hinsicht sind Sie bereits geübt? Wo können Sie noch besser werden? Und dann lade ich Sie zu einem Experiment ein. Nehmen Sie sich im Lauf der Woche wenigstens ein Gespräch vor, bei dem Sie – ohne Ihrem Gesprächspartner etwas davon zu verraten – die im Folgenden aufgelisteten Regeln anwenden. Die Wirkung wird Sie überraschen. 1. Konzentrieren: Widmen Sie Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem Menschen, der spricht. Erlauben Sie sich nicht, in Gedanken abzuschweifen oder auch nur eine Entgegnung oder einen Kommentar zu formulieren. 2. Zusammenfassen: Damit können Sie das Gesagte gewissermaßen zurückspiegeln auf den Sprecher. Reflektieren Sie an geeigneten Stellen im Gespräch, was Sie verstanden haben – ohne Deutung, ohne zu beurteilen und ohne dass Sie eigene Empfindungen im Hinblick auf das Gesagte zu erkennen geben. 3. Einladen: Wenn jemand ein Thema nur anreißt und dann innehält, bitten Sie ihn, mehr zu erzählen. Oft beginnen Menschen mit einem Thema und werden dann unsicher, ob die Zuhörer überhaupt interessiert sind. Wir zensieren oft unsere eigenen Aussagen, während wir sprechen, weil wir daran gewöhnt sind, dass unsere Zuhörer im Allgemeinen nicht viel Geduld und Aufmerksamkeit aufbringen. 4. Ernstnehmen: Schöpfen Sie erst die Quellen Ihres Gesprächspartners aus, bevor Sie etwas Eigenes beitragen. Üben Sie sich darin, die Gedanken Ihres Gesprächspartners höher einzuschätzen als Ihre eigenen. Ihrem Gesprächspartner sind seine eigenen Gedanken zweifellos näher als Ihr noch so gut gemeinter Rat. 5. Klären: Manchmal sind wir allzu rasch davon überzeugt, jemanden verstanden zu haben, dabei ist längst nicht jedes Missverständnis ausgeschlossen. Überprüfen Sie Ihre Annahmen durch Fragen wie diese: "So habe ich Sie bis hierher verstanden ... – ist das richtig?" Sie werden sich wundern, wie oft Ihr Gegenüber korrigiert und Dinge zurechtrückt.
Ein guter Coach muss nicht viel sagen, um
effektiv zu sein. Unterschätzen Sie deshalb nie die Macht echten
Zuhörens.
Robert E. Logan leitet "CoachNet International Ministries" und ist als Trainer, Berater und Coach in mehr als 40 Denominationen tätig. Sherilyn Carlton ist ein erfahrener Coach in Lebens- und Leiterschaftsfragen ("Destination Coaching"). Beide Autoren leben in den USA. |
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