März 2005

 

 

 



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Petr Činčala

"Wir helfen dem Pastor dabei, einen guten Coach zu finden."

NCD-Partner in SchwedenDie Anfänge der natürlichen Gemeindeentwicklung in Schweden (NCD Sweden) gehen zurück ins Jahr 2000. Damals wurde von einer schwedischen Denomination ein nationaler NGE-Dienst ins Leben gerufen. Heute wird die NGE in allen Denominationen eingesetzt. Mehr-und-bessere-Gemeinden.net (MBG.net) sprach mit Klas Eriksson und Tomas Arvidson, den Vertretern des nationalen NGE-Partners in Schweden. Erfahren Sie mehr über diesen Dienst und wie Ortsgemeinden davon profitieren.

eNCDine: Wie kam es zu der Gründung von NCD Sweden?

NCD Sweden: Viele Gemeindeverbände in Schweden machten sich Mitte der 90er Jahre daran, Programme für die Gemeindeentwicklung zu entwickeln. Ende der 90er Jahre begann dann die Baptist Union, mit Coaches zu arbeiten und suchte nach guten Arbeitsmaterialien. Einer unserer Coaches brachte 1999, nach einem Besuch in Großbritannien, das Buch Die natürliche Gemeindeentwicklung von Christian A. Schwarz mit nach Hause. Nachdem wir das Buch gelesen hatten, integrierten wir die acht Qualitätsmerkmale in unser Programm. Ein Jahr später entwickelten wir die nationale Norm und wurden ganz offiziell NGE-Partner für Schweden. Dieser Entwicklungsprozess war in Schweden von Anfang an ein ökumenischer. So waren bei der nationalen Gemeindestichprobe zur Normierung des Gemeindeprofils Gemeinden aller Denominationen in Schweden beteiligt. Offiziell ist auch heute noch die Baptist Union der nationale NGE-Partner in Schweden. Geleitet und verantwortet wird der Dienst aber von einer ökumenischen Gruppe.

eNCDine: Wie läuft der NGE-Dienst zurzeit in Ihrem Land?

NCD Sweden: Der Dienst läuft gut und entwickelt sich nach und nach in allen Gemeindeverbänden. Bis jetzt haben etwa 250 Gemeinden Profile erhoben. Insgesamt wurden etwa 300 Gemeindeprofile erstellt.

eNCDine: Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, um NGE in einer Ortsgemeinde fruchtbar zu machen?

NCD Sweden: Sicherlich spielen hier unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Die vielleicht wichtigsten sehen wir in:

  • einem ganzheitlichen und biotischen Ansatz der Gemeindeentwicklung,

  • einem langfristig angelegten Prozess mit einem Coach und

  • einem Schwerpunkt auf Prinzipien und Qualität statt Modellen und Quantität.

eNCDine: Bilden Sie Coaches und Pastoren aus? Wie?

NCD Sweden: Auf nationaler Ebene bieten wir zunächst ein eintägiges Einführungsseminar an. Zur Ergänzung besuchen die Teilnehmer mit einem erfahrenen Coach zumindest eine NGE-Gemeinde. Außerdem laden wir als nationaler NGE-Partner alle Coaches jährlich zu einem zweitägigen Trainingsseminar ein.

Darüber hinaus haben die Denominationen die Verantwortung für das Training ihrer Coaches und Pastoren übernommen. Alle Coaches sind unter Vertrag und verpflichtet, jährlich an Trainingsseminaren teilzunehmen. So bieten wir in der Baptist Union – gemeinsam mit der methodistischen Kirche – zwei weitere Seminare für unsere NGE-Coaches im Jahresrhythmus an.

Über das Coach-Training hinaus bieten wir auch speziell für Pastoren in NGE-Gemeinden jährliche Trainingsseminare an. Dabei findet einmal jährlich auch ein Seminar für die NGE-Umsetzungsteams in den Ortsgemeinden statt. Beide Angebote – für Pastoren und Umsetzungsteams – werden von NGE-Coaches durchgeführt.

eNCDine: Wie profitieren schwedische Pastoren von Ihrem vollzeitlichen NGE-Dienst? Welchen Herausforderungen sehen Sie sich gegenüber?

NCD Sweden: Der größte Nutzen besteht darin, dass wir dem Pastor dabei helfen, einen guten Coach zu finden. Ohne Coach kann in Schweden keine Gemeinde ein NGE-Gemeindeprofil erheben! Darüber hinaus laden wir Pastoren zu jährlichen Seminaren ein. An einigen können sie zusammen mit ihren Umsetzungsteams vor Ort teilnehmen. Und wir versorgen Sie natürlich mit NGE-Arbeitsmaterialien. Die größten Herausforderungen für uns sehen wir darin, …

  • einen NGE-"Kaltstart" in den Gemeinden zu vermeiden,

  • einen NGE-Prozess langfristig am Leben zu erhalten (mit mehreren Profilen) und

  • den Gemeinden dabei zu helfen, ein gesundes und gut funktionierendes NGE-Team auszubilden

eNCDine: Im Oktober 2004 haben Sie am NCD World Summit in Südafrika teilgenommen. Haben Sie etwas Neues gelernt, das Sie jetzt in die Praxis umsetzen werden?

NCD Sweden: Der Summit war für uns eine sehr inspirierende und ermutigende Erfahrung. Unser Eindruck war, dass wir mit NGE in Schweden auf einem guten Weg sind. Wir entdeckten zwar nichts wirklich Neues. Wir lernten aber neue Tools und Materialien aus anderen Ländern kennen, die wir wahrscheinlich in Zukunft einsetzen werden. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, die nordische oder baltische Kooperation zu entwickeln und zu vertiefen.

 

Petr Činčala (PhD) lebt in der Tschechischen Republik und ist als Research Manager für das Institut für natürliche Gemeindeentwicklung International tätig.

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Petr Činčala

NCD World Summit in Südafrika

-> vergrößerte AnsichtDer erste World Summit für nationale Partner der Natürlichen  Gemeindeentwicklung (NGE) überstieg alle unsere Erwartungen. In Kürze darüber zu berichten fällt nicht leicht. 55 Personen aus 30 Ländern trafen sich vom 21. bis 23. Oktober 2004 in dem wunderschönen Farm Inn in der Nähe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Über drei Tage verfolgten wir eine Reihe von Präsentationen und Workshops. Dabei beschäftigten uns weltweite Entwicklungen und Herausforderungen der NGE.

Auf dem Rückflug von Südafrika nach Europa machte ich mir so meine Gedanken über die zurückliegenden Tage: Müsste ich diese Erfahrung mit einem Wort zusammenfassen, würde ich wahrscheinlich den Begriff "Kraft" wählen. Nach drei Tagen des Zuhörens und Redens, des Essens und Lachens, des gemeinsamen Arbeitens und Austauschens in Netzwerken spürten wir die Kraft echter biblischer Gemeinschaft. Die Kraft eines neu entstehenden Familienbewusstseins, unabhängig von Alter, Kultur und geistlichem Hintergrund.

Dieses Zusammenwachsen vollzog sich aber nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Während dieser drei Tage gab es durchaus Entmutigung, Zweifel und sogar Spannungen, die überwunden werden mussten. Durch das Austauschen unserer Erfahrungen, das Hören aufeinander und Lernen voneinander begann sich jedoch eine gemeinsame Vision zu entwickeln – und das mit wachsender Begeisterung. Ich glaube, dass ich allen Teilnehmern aus dem Herzen spreche, wenn ich sage: Obwohl wir als "NGE-Experten" aus unterschiedlichen Ländern angereist waren, verließen wir Südafrika mit einer neuen Perspektive über NGE und ihre Zukunft.

Als Christian A. Schwarz in seiner letzten Präsentation zur Zukunft der NGE das "zweite Kapitel" aufschlug, sah ich den Höhepunkt der Veranstaltung erreicht. Christian sprach so begeistert von den "drei Farben" (= 3 Bereiche geistlicher Erfahrung). Doch ich hatte keine Ahnung, was noch kommen sollte. Wenige Augenblicke später fanden wir uns in einer bewegenden und inspirierenden Zeit der Anbetung Gottes wieder. Wir erfuhren die Kraft des Lobpreises, die Kraft des Wortes, die Kraft des Gebetes – die Kraft der "drei Farben".

Jemand sagte während des Summit mit sehr viel Humor: "Das Hauptquartier von NCD International in Deutschland befindet sich an einem Ort, an dem du deine Gebete mit den Koordinaten einer Landkarte zu Gott schicken musst, damit er weiß, woher sie kommen." Während unserer letzten Gebetszeit dachte ich: "Gott wird es jetzt schwer fallen, irgendwelche anderen Gebete außer den unseren zu hören." Es war ein "heiliger Lärm".

 

Petr Činčala (PhD) lebt in der Tschechischen Republik und ist als Research Manager für das Institut für natürliche Gemeindeentwicklung International tätig.

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